
Retinol oder Retinal
Retinol kennst du sicher, aber hast du schon von Retinal gehört? Im Blog erfährst du, warum es sanfter wirkt und wir in unserer neuen Skincare-Linie darauf setzen.
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Retinol ist ein Skincare-Klassiker, den die meisten kennen. Aber Retinal? Das ist sein stärkerer, sanfterer Verwandter, und er wird noch viel zu selten erwähnt. Beide Wirkstoffe gehören zu den Vitamin-A-Derivaten, die Hautalterung bremsen, die Zellregeneration ankurbeln und für ein ebenmäßiges Hautbild sorgen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie schnell und effizient sie in der Haut wirken, und genau das macht in der Praxis den ganzen Unterschied. In diesem Beitrag erklären wir dir, was beide Wirkstoffe voneinander unterscheidet und welcher zu deiner Haut passt.
von Julia Döll – zuletzt aktualisiert am 19. März 2026
Retinoide ist der Überbegriff für alle Vitamin-A-Derivate, also alle Wirkstoffe, die strukturell mit Vitamin A verwandt sind. Dazu zählen unter anderem Retinol, Retinal und Retinsäure. Sie alle verfolgen dasselbe Ziel: die Haut zur Zellerneuerung anregen, Kollagen aufbauen und das Hautbild verbessern.
Was sie unterscheidet, ist der Weg dorthin. Denn damit ein Retinoid wirksam werden kann, muss es im Körper zunächst in Retinsäure umgewandelt werden, die eigentliche Wirkform. Je mehr Umwandlungsschritte ein Wirkstoff benötigt, desto langsamer und schwächer seine Wirkung, aber auch desto verträglicher ist er meist für die Haut.
In der Hautpflege kommen Retinoide vor allem im Anti-Aging-Bereich zum Einsatz: Sie reduzieren Falten, glätten Pigmentflecken, verfeinern das Hautbild und können auch bei Unreinheiten und Akne wirksam sein.
Retinol ist das bekannteste Retinoid in der Kosmetik und seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil vieler Anti-Aging-Produkte. Als Vitamin-A-Derivat fördert es die Zellregeneration, glättet Fältchen und verbessert die Hauttextur. Der Haken: Damit Retinol aktiv werden kann, muss es in der Haut in zwei Schritten zunächst in Retinal und dann weiter in Retinsäure umgewandelt werden.
Retinal, auch Retinaldehyd genannt, ist die direkte Vorstufe der Retinsäure und damit nur einen Schritt von der aktiven Wirkform entfernt. Das macht Retinal deutlich schneller wirksam als Retinol, das noch zwei Umwandlungsschritte benötigt. Gleichzeitig wird Retinal gleichmäßiger in der Haut freigesetzt, was die Verträglichkeit verbessert.
Beide Wirkstoffe versorgen die Haut mit Vitamin A und wirken dadurch effizient gegen Hautalterung, Unreinheiten und einen fahlen Teint. Effektiv sind beide, der entscheidende Unterschied liegt aber im Tempo, der Wirkstärke und der Verträglichkeit.
Retinal braucht nur einen einzigen Umwandlungsschritt zur aktiven Retinsäure, ist bis zu elf Mal wirksamer als Retinol und punktet gleichzeitig mit einer stabileren Formulierung und besserer Verträglichkeit. Damit eignet es sich besonders für erfahrene Anwender:innen und reife Haut.
Retinol hingegen benötigt zwei Umwandlungsschritte und wirkt dadurch langsamer, dafür aber sanfter. Als bewährtester und am besten erforschter Wirkstoff im Retinoid-Spektrum ist es der ideale Einstieg für Einsteiger:innen und empfindliche Haut.


Beide Wirkstoffe solltest du langsam in deine Routine einführen, also mit einer niedrigen Konzentration starten und die Haut zunächst gewöhnen. Angewendet wird abends, da Retinoide lichtempfindlich sind. Unbedingt morgens Sonnenschutz nicht vergessen!
Retinol: oft 0,1 bis 1 %, Einsteiger:innen starten bei 0,1 %
Retinal: meist 0,05 bis 0,1 %, da es stärker wirkt, reicht eine niedrigere Konzentration
Retinal verträgt sich gut mit:
Retinal sollte nicht mit folgenden Inhaltsstoffen kombiniert werden:
Vitamin A in der Schwangerschaft ist ein Thema, das du ernst nehmen solltest. Hochdosierte Retinoide wie Isotretinoin oder Tretinoin sind in der Schwangerschaft nachweislich fruchtschädigend und absolut tabu. Bei topisch angewendeten Produkten wie Cremes und Seren ist die Datenlage weniger eindeutig: Zwar ist nicht abschließend belegt, dass die Wirkstoffe in relevanter Menge über die Haut ins Blut gelangen, dennoch empfehlen Fachleute und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vorsorglich, auf Retinol und Retinal während der Schwangerschaft und Stillzeit zu verzichten.
Unser Rat: Sprich die Anwendung mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen ab und steig in dieser Zeit auf verträgliche Alternativen um.
Als Alternativen zu Retinol und Retinal zählen unter anderem Niacinamid, Hyaluronsäure, Vitamin C, Bakuchiol oder Peptide. Diese Inhaltsstoffe pflegen und glätten die Haut zuverlässig, ganz ohne Vitamin A.
Retinal überzeugt uns aus denselben Gründen, die dieser Beitrag zeigt: Es wirkt schneller als Retinol, ist dabei besser verträglich und kommt in einer niedrigeren Konzentration aus. Für eine Skincare-Linie, die sichtbare Ergebnisse mit Hautgesundheit verbinden will, ist das die logische Wahl.
Deshalb setzen wir in unserer Night Cream auf Retinal statt auf klassisches Retinol, kombiniert mit Hyaluronsäure, Niacinamid und Pflanzenstammzellen für eine Formel, die die Haut nachts aktiv regeneriert, ohne sie zu belasten.
Überzeug dich selbst, wie sich Retinal in der Praxis anfühlt:
Beide Wirkstoffe gehören zur Familie der Retinoide und wirken gegen Hautalterung, Pigmentflecken und Unreinheiten. Der entscheidende Unterschied liegt im Weg zur aktiven Wirkform: Retinol benötigt zwei Umwandlungsschritte, Retinal nur einen, was es schneller wirksam und gleichzeitig verträglicher macht.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Retinal ist stärker. Es benötigt nur einen Umwandlungsschritt zur aktiven Retinsäure, Retinol zwei. Studien zeigen, dass Retinal bis zu elf Mal wirksamer sein kann als Retinol, bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit.
Nein. Da beide Wirkstoffe zur selben Gruppe gehören, reicht eines von beiden. Die gleichzeitige Anwendung erhöht das Reizrisiko unnötig.
Mit Retinal oft schon nach vier bis sechs Wochen, mit Retinol eher nach acht bis zwölf Wochen. Für nachhaltige Ergebnisse ist eine regelmäßige Anwendung über mehrere Monate wichtig.
Ja, mit niedriger Konzentration (ab 0,1 %) und langsamer Eingewöhnung. Wer Retinol als zu reizend empfindet, kann auf Retinal umsteigen, das trotz höherer Wirksamkeit oft besser vertragen wird.
Ja. Die Effekte auf Zellerneuerung und Kollagenproduktion bauen sich über Monate auf und lassen nach, wenn die Anwendung dauerhaft gestoppt wird. Eine Pause im Sommer ist möglich, da Retinoide die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
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