
The Artist Collection by Marlene Lufen
Marlene Lufen liebt gutes Handwerk. Ob zuhause, bei der Arbeit oder beim Make-up. Für JACKS hat sie jetzt ihre eigenen Pinsel gestaltet: handbemalt, in ihrem Lieblingston Schokoladenbraun.
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Lesedauer ca. 9-10 Minuten
Manche Menschen brauchen keine Perfektion, sondern gutes Werkzeug. Marlene Lufen hat das über Jahrzehnte gelernt: als Moderatorin, die seit fast 30 Jahren zu einer Uhrzeit vor der Kamera steht, zu der die meisten noch schlafen, und als Frau, die irgendwann beschlossen hat, ihr Gesicht nicht mehr zu korrigieren, sondern sich mit ihm anzufreunden. Diese Haltung und ihre Liebe zu schönen Dingen und gutem Handwerk trägt sie jetzt in eine eigene Artist Collection mit JACKS beauty line: handbemalt, vegan, jeder Pinsel ein Unikat. Wie die Kollektion entstanden ist, warum Braun ihre Farbe ist und was Schminken für sie mit Malen zu tun hat, darüber hat Gründerin Miriam Jacks mit ihr gesprochen.
von Vy Dao – zuletzt aktualisiert am 23. September 2026
Ich bevorzuge immer einen Pinsel, niemals einen Schwamm.
Mein Make-up-Bag-Must-have ist Rouge, oder eigentlich auch Lip Liner.
Das erste, wonach ich greife, ist Kaffee. Oder meintest du das erste Make-up-Produkt? Wenn ich mich schminke, fange ich immer mit der Foundation an, und wenn ich tagsüber keine Foundation trage, nehme ich stattdessen ein bisschen Concealer.
Für mich ist das vielleicht das schönste Projekt, das ich als Kooperation je gemacht habe.
Deshalb war mir auch so wichtig, dass wir eine Kollektion in Braun machen. Am Anfang wolltet ihr eigentlich noch eine weitere Farbe integrieren. Ich habe euch aber regelrecht angefleht, mich mit Braun arbeiten zu lassen. Denn ich liebe diese Farbe im Moment in allen kühlen Schattierungen. Es war wahnsinnig schön, so mit der Farbe Braun zu spielen.
Mein Motto ist: einfach machen, könnte ja gut werden. Ich denke nicht zu viel drüber nach, sondern traue mich und mache es.
„Manchmal braucht es Mut, die Dinge auszusprechen, wie man sie wirklich empfindet. Mir geht es gut damit und ich habe keine Angst vor Konsequenzen.“
Ich liebe es, wenn die Dinge, mit denen ich arbeite, schön sind und eine gute Qualität haben. Das ist bei mir mit allem so.
Wenn ich koche, liebe ich meine Produkte, mein Messer, meinen Kochlöffel. Ich habe nicht hunderttausend Sachen, aber ich habe eine gute Pfanne und einen schönen Topf, und das liebe ich. Genauso ist es bei meinem Make-up. Eure Pinsel habe ich schon vor vielen Jahren entdeckt. Ich liebe sie und habe meine Favoriten. Deshalb war es, ganz ehrlich, so toll, als du mich gefragt hast, ob wir eine Kooperation machen wollen. Es ist ein kleiner Traum, der für mich in Erfüllung geht, dass ich wunderschöne Pinsel selbst designen darf, in dieser tollen Qualität, als meine eigene Pinselkollektion. Das ist wirklich etwas ganz Schönes für mich.
Es gibt ja so viele unterschiedliche Philosophien, wie man sein Make-up aufträgt. Ich schminke mich übrigens immer selbst, was viele nicht ahnen. Ich schminke mich selbst beim Frühstücksfernsehen und sogar bei Promi Big Brother, da werden hinterher höchstens noch ein paar kleine Wimpern aufgeklebt. Grundsätzlich benutze ich mein Make-up, meine Hände und meine Pinsel.
Die Qualität von Pinseln macht einen riesengroßen Unterschied. Wenn du Lidschatten aufträgst und den falschen Pinsel erwischst, einen, der borstig ist oder den Lidschatten nicht gut aufnimmt, dann wird dein Make-up einfach nicht so schön. Deshalb liebe ich es, gutes Handwerkszeug zu haben, denn dann macht Schminken auch Spaß. Wenn wir ehrlich sind: Wenn wir Frauen uns schminken, ist das etwas Schönes. Das lässt uns gut fühlen, und genau deshalb liebe ich meine Pinselkollektion.
Kamera ist heute nichts mehr, was mich nervös macht, das ist der eine Punkt. Der andere ist, dass man im Laufe der Zeit gelassener mit seinem eigenen Gesicht wird. Früher habe ich mir manchmal einen Kopf gemacht, wenn ich das Gefühl hatte, meine Haare sitzen nicht, ich bin nicht schön genug geschminkt oder zu müde und fühle mich nicht hübsch. Heute denke ich eher: Na, hat sie mal keinen so tollen Tag. Aber das macht mich nicht mehr fertig. Ich habe mich an mein Gesicht gewöhnt und mich mit ihm angefreundet. Auch ungeschminkt finde ich es in Ordnung. Trotzdem schminke ich mich natürlich gerne.
Irgendwann kommt bei den meisten der Punkt, an dem man an seinem Gesicht etwas entdeckt, das einem nicht gefällt. Bei mir war das schon als junger Mensch so. Ich habe festgestellt, dass ich eigentlich eine große Nase habe, die auch nicht die schönste ist. Später kam dazu, dass ein Auge ein bisschen kleiner ist, wenn ich lache oder müde bin, und in sowas kann man sich richtig reinsteigern. Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich mein Gesicht ständig ein bisschen korrigiert habe. Ich dachte, wenn ich hier hochziehe, sieht das Auge besser aus. Da hat meine Maskenbildnerin zu mir gesagt: Mach das einfach nie wieder, guck dich nicht im Spiegel an und zieh hier hoch. Das habe ich mir wirklich zu Herzen genommen. Und das ist glaube ich der Trick: nicht in den Spiegel zu gucken und immer nur zu sehen, was nicht perfekt ist, sondern einfach zu denken, das ist in Ordnung. An einem Tag, an dem man sich nicht so hübsch findet, guckt man einfach nicht so oft in den Spiegel, so mache ich das. Und ein Plädoyer habe ich noch: Fangt nicht zu früh an, etwas machen zu lassen. Denn irgendwann ist es zu viel, und dann ist es ganz schwer, noch einmal so auszusehen, wie man natürlicherweise aussehen würde. Lieber anfreunden mit dem, was da ist.
Ich schminke mich gerne, das mag ich einfach. Für mich ist es auch ein kreativer Prozess. Wenn ich etwas Neues habe, freue ich mich darauf, es auszuprobieren. Schminken ist für mich im Grunde Malen, eine Art, sich künstlerisch auszudrücken. Und ich muss gestehen, am liebsten schminke ich mich privat, denn fürs Fernsehen muss ich natürlich noch ein bisschen mehr machen. Am Ende der Sendung habe ich dann immer das Gefühl, jetzt muss aber das ganze Puderzeug wieder runter. Trotzdem merke ich, dass ich im Laufe der Jahre immer weniger Make-up trage. Früher habe ich einen dicken Eyeliner gemacht, immer Schwarz oberhalb des Wimpernkranzes. Das mache ich heute eigentlich gar nicht mehr. Ich schminke mich inzwischen dezenter, und ich glaube, das ist, je älter man wird, eine ganz gute Sache.
Ich freue mich über die Frage. Manchmal braucht es ein bisschen Mut, die Dinge auszusprechen, wie man sie wirklich empfindet, denn es gibt wahnsinnig viel gesellschaftlichen Druck. Es gibt immer diese eine Meinung, bei der man denkt, wenn du die sagst, wirst du nicht anecken. Im Laufe meines Lebens und Berufslebens habe ich manchmal gedacht, so empfinde ich die Realität und das Leben der Menschen um mich herum aber gar nicht. Das fühlt sich weder authentisch noch gerecht an. Und irgendwann habe ich festgestellt, dass die Skepsis, die ich manchmal hatte, im Nachhinein berechtigt war. Ich hätte ruhig sagen können, dass ich etwas nicht gut finde. Dann gab es einen großen Moment, in dem ich mich geäußert habe, und das war auf jeden Fall eine gute Sache. Grundsätzlich muss ich zu allem meinen Senf dazugeben. Aber ab und zu finde ich es wichtig, egal ob in der Öffentlichkeit, in der Familie oder im Freundeskreis, ruhig mal zu sagen, wie man selbst die Dinge sieht. Auf die Gefahr hin, dass jemand denkt, er hat dich durchschaut und steckt dich in eine Schublade. Aber da gehört niemand rein, der mit offenem Herzen authentisch sagt, was er wahrnimmt. Ich habe auch keine Angst vor der Resonanz, und das ist auch gut so.
Es ist etwas wahnsinnig Schönes, etwas Bleibendes zu gestalten, kreativ zu sein und etwas zu erschaffen, das bleibt und das andere Menschen sich angucken können. Als Künstlerin, die Bilder malt, hat man das natürlich immer. Ich selbst habe das nicht immer, aber ich mache es wahnsinnig gerne. Der ganze Designprozess, vom ersten Gedanken bis zum fertigen Pinsel, so wie wir ihn jetzt haben, hat mir wirklich irre viel Spaß gemacht. Es gehört zu den schönsten Projekten, die ich umsetzen durfte, einfach so kreativ zu sein. Ihr habt mir auch freie Hand gelassen. Ich habe meine Tochter mitgenommen, die ebenfalls sehr kreativ und künstlerisch veranlagt ist, so wie meine Mutter und wahrscheinlich auch mein Uropa, den wir gar nicht kennen. Das ist ein großes Mysterium in meiner Familie. Auf jeden Fall sind wir alle sehr kreativ und gestalten gerne. Das war ein wahnsinnig schöner Prozess. Wir haben mit euren Kreativen und Künstler:innen zusammengesessen. Ich habe viel gelernt, durfte mich aber auch viel ausprobieren. Ich finde das Ergebnis wirklich sehr, sehr schön.
Ich hatte mehrere Gedanken. Zum einen kenne ich eure Designs und Produkte schon so viele Jahre. Meinen ersten Pinsel habe ich vor mindestens zwölf Jahren gekauft, und ich liebe die Art, wie sie gestaltet sind. Als ihr mich gefragt habt, eine eigene Kollektion zu machen, habe ich gedacht, es muss ein bisschen mein Touch rein. Es muss ein bisschen anders aussehen als die wunderschönen Pinsel, die ihr sonst macht. Meine Lieblingsfarbe ist Braun, ich wollte unbedingt etwas damit machen. Zugleich liebe ich es, wenn in meinem Schminktäschchen alles schön aussieht, wie kleine Kunstwerke oder Kleinode: mein Concealer, mein Lippenstift, meine Pinsel, all diese Sachen. Ich bringe mir auch manchmal aus dem Urlaub ein schönes Produkt mit, mein Täschchen muss einfach toll sein. Also habe ich mir überlegt, wie ein Pinsel sein muss, der darin gut aussieht. Das war gar nicht überladen mit Kreativität und Ideen, sondern einfach zurückgenommen. Cool, braun und lässig sollte er aussehen.
Das war für mich auch eine wahnsinnige Erkenntnis. Ich habe mich vorbereitet und bin erstmal in einen Künstlerbedarf gegangen, weil ich dachte, bevor du diesen Design-Tag hast, probierst du dich schon mal ein bisschen aus. Ich habe mir tolle Stifte und einen Block gekauft, ein bisschen rumprobiert und Farben kombiniert, und das hat mir schon so viel Freude gemacht. Da habe ich wirklich gedacht, das sollte ich viel öfter machen, einfach einen Block und Stifte in die Hand nehmen und etwas malen. Wunderschön. Dann haben wir gemeinsam unseren Design-Tag angefangen, und ich hatte so viele Learnings. Es gibt ja Techniken, wenn man einen runden Pinsel gestaltet. Zuerst musst du wissen, mit welcher Farbe du anfängst, dann rollst du den Pinsel und gibst ihm eine Grundfarbe, diese Grundierung haben wir in unterschiedlichen Farben ausprobiert. Wir haben mit verschiedenen Techniken gearbeitet: Wischen, Rollen, Spritzen. Wir hatten alte Zahnbürsten, mit denen wir gespritzt haben, und das hat alles Spaß gemacht. Für mich war die Kunst dann auch, ein paar Sachen bewusst wegzulassen, damit nicht einfach alles drauf ist, was möglich wäre. Ich fand es ganz toll, mit den Künstler:innen zusammenzuarbeiten und am Ende selbst entscheiden zu können, welches Produkt das Endergebnis ist.